Wir über…

…zwischenmenschliche Problemlösungen:

Wenn man 24/7 zusammen am Rad sitzt, mit meistens nicht mehr als drei Meter Abstand, danach gemeinsam verschwitz ins viel zu enge Zelt hüpft lassen sich Konflikte fast nicht vermeiden. Aber nur fast. Natürlich gibt es die ein oder andere Meinungsverschiedenheit, doch dank unserer beiden rechten Hände konnten wir noch jeden Streit vermeiden. Keine Sorge, wir schlägern uns nicht. Die Lösung ist das simple Kinderspiel „Schere, Stein, Papier“. Ein kleiner Reim: „Sagt Domi A und Berni B, macht´s Schere, Stein, Papier okay“.

Eine kleine Anleitung:

Phase 1:  Freundlich lächeln

Schere,Stein,Papier (2)

 

 Phase 2:  Konzentratinsphase

Schere,Stein,Papier (1)

Phase 3:  Durchführungs- bzw. Hoffnungsphase

Schere,Stein,Papier (4)

 

Phase 4: Die EntscheidungsphaseSchere,Stein,Papier (3)

Phase 5:  Sieg oder NiederlageSchere,Stein,Papier (5)

…Schlafen:

Am Morgen weiß man nie wo man abends schläft. Hotel, Couchsurfer, Einladungen, Polizei, Tempel, Warmshowers, Campingplatz oder wie meistens einfach irgendwo im Zelt.

Bis jetzt haben wir sehr gute Erfahrungen mit der App „Couchsurfing“ gemacht. Dies ist eine Plattform wo Gastgeber aus aller Welt private Schlafplätze gratis zur Verfügung stellen (meistens eine Couch, daraus resultiert der Name). Auch wir haben in Salzburg immer wieder Gäste aufgenommen und beherbergt. In jeder größeren Stadt in Indien und Nepal waren freundliche Hosts zu finden. Nicht nur ein Plätzchen zum Schlafen und Duschen, auch der direkte kulturelle Austausch war dadurch gegeben. Wir kochen auch hin und wieder für unsere Gastgeber.

 

Warmshowers ist ähnlich wie Chouchsurfen, jedoch speziell an Radreisende bzw. Radliebhaber gerichtet. 😉

Immer wieder passiert es dass wir zum Essen und/oder Schlafen eingeladen werden. So haben wir beispielsweise bei einer Familie in Nepal zusätzlich zu einer sicheren Unterkunft das beste Dal Bhat unserer Reise erhalten.

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Wie ihr im Blog vielleicht schon gelesen habt sind wir eines abend von der Polizei in unserem Zelt geweckt worden. Per Pick-up wurden wir zum Polizeigebäude gebracht, da unser Zeltplatz scheinbar nicht sicher genug war. Seither sind Polizeistationen immer auch eine Anlaufstelle für uns.

 

Tempelanlagen wurden auch schon das ein oder andere mal von uns genutzt. Jedoch hatten wir immer wieder das Problem, dass dort eigendlich keine Frauen schlafen dürfen. Wir mussten also oft weiterziehen, da ich ohne Berni nicht dort bleiben wollte (obwohl ich manchmal überlegt habe 😉 ).

Tempel

Unser mittlerweile geschultes Auge nimmt auch unter Tags jeden potenziellen Nächtigungsplatz wahr. So gegen 3 Uhr nachmittags halten wir aber konkret Ausschau nach geeigneten Zeltplätzen. Diese sind in Indien jedoch meist rar, da dieses Land sehr dicht besiedelt ist. Jeder freie Platz wird zum Reisanbau oder leider auch zum Müllabladen genutzt. Wir haben aber auch schon einige sehr nette und saubere Plätzchen gefunden.

Unbenannt

-Dominik

…Hygiene:

Am Ende des Tages staunen wir meist nicht schlecht über die schwarze Straßenstaubschicht auf unserer Haut. Meist bildet sich eine schwarz-graue Schicht aus Staub, Schweiß und Sonnencreme auf unseren Armen und Beinen, Abgerundet wird das ganze wenn beim Zeltaufbau in den Abendstunden noch ein paar Hübe Moskitospray hinzukommen. Je nach Wasservorräten haben wir dann am Tagesende noch zwischen 0,25 und 0,5 Liter Wasser pro Person zum Duschen übrig. Daher nutzen wir jede Gelegenheit, um in Flüssen zu baden. Wir lassen keine Gelegenheit aus, um eine Dusche zu nutzen (beispielsweise bei Couchsurfern).

 

Unser Gewand waschen wir händisch mit Seife. Dazu haben wir eine biologisch abbaubare Flüssigseife. In größeren Orten gibt es Wäschereien. Unterwäsche kochen wir einfach mit dem Gaskocher mit 90 Grad aus, damit alles hygienisch sauber bleibt.

-Berni

…Unsere Ängste und Sorgen:

Nicht immer ist alles fein im Globetrotterleben 😉 Manchmal sind die Ängste rational, manchmal irrational.  Wir durchqueren auf unserer Reise immer wieder Gebiete mit erhöhter Sicherheitswarnstufe (laut Auswärtigen Amt). Alleine das hinterlässt oft ein ungutes Bauchgefühl. Bis jetzt hatten wir deswegen aber nicht wirklich ein Problem.

Gerade wir Radreisende sind besonders exponiert was Straßenhunde, das Schlafen im Zelt und den chaotischen Verkehr betrifft. Immer wieder kommen wir bei Unfallstellen vorbei.

 

Aktuell sind wir beim Zelten auch immer wieder mit Meldungen von wilden Tieren konfrontiert worden.

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Das Heimweh der ersten Tage ist mittlerweile verflogen. Vor allem anfangs floss aber  noch die ein oder andere Träne wegen kultureller und emotionaler Überforderung.

-Dominik und Berni

 

…Essen und Trinken:

Scharf oder süß und fettig- diese beiden Frühstücksvarianten gibt es hier in Indien und Nepal vorwiegend in den Shops am Straßenrand zu kaufen.

Meistens beginnen wir unseren Tag mit Samosa, Süßigkeiten (Teig mit Zuckerglasur) und zuckersüßem Tee.

Spätestens zur Mittagszeit brauchen wir  etwas Gemüse. Dies finden wir hier zwar auf jedem Markt, jedoch in zubereiteten Speisen nur in extrem scharfen Curries.

Daher kochen wir mittags meist selbst: Gemüseeintöpfe, Krautfleckerl, Fladenbrote und Gemüsesuppen sind unsere Spezialitäten.

 

 

 

 

Wasser bekommen wir aus öffentlichen Brunnen, klaren Flüssen oder von Lokalen an den Straßen. Das Wasser müssen wir jedoch meist noch mit unserem Filter (tolles Geschenk von einem Freund) reinigen. An den indischen Tankstellen kann man seine Wasserflaschen gratis auffüllen. Wir hätten zwar auch Reinigungstabletten mit, haben diese jedoch noch nie gebraucht.